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Alles Fuss

Alles Fuss

Performance: Torres
Installation: Dopamine Kollektiv
Musik: Jane Ulé
Kamera: David Czobel / Luisa Baldhuber
Text: Ornella Cosenza

 

Hektik, Stress, Reizüberflutung und Leistungsdruck dominieren unseren Alltag. In sich zu ruhen und
Frieden zu finden scheint heute eine Kunst geworden zu sein. Es geht immer noch besser und
schneller. Wer beim Marathon der Selbstoptimierung nicht schnell genug mitläuft, wird abgehängt.
Und: Vergessen die Menschen dabei nicht auch, was es bedeutet zu berühren und berührt zu
werden? Menschliche Nähe zuzulassen? Den Moment zu leben und nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft hängen zu bleiben?
Die Performance ALLES FUSS des Künstlers Torres richtet den Fokus auf das Fühlen und das
Verweilen in einem Moment – der Gegenwart. ALLES FUSS ist eine sinnliche und gleichzeitig auch
provokante Aufforderung des Künstlers an das Publikum zu entschleunigen und den Moment mit
allen Sinnen bewusster wahrzunehmen.
Während der Performance fertigt Torres einen Abguss des großen Zehs von Freiwilligen aus dem
Publikum an. Im Gegenzug bekommt der Besucher vom Künstler, der auch eine Ausbildung zum
Masseur vorweisen kann, einen Moment der Entspannung in Form einer Fußreflexzonenmassage
geschenkt. So kann die Person zur Ruhe kommen und wird in diesem Moment selbst zur Kunst.
ALLES FUSS ist eine Art Manufaktur, die dennoch einen industriellen Arbeitscharakter im Prozess
zeigt: Sobald eine Person fertig ist, kommt sofort die nächste dran. Quasi eine Mischung aus
Massagestation und Baustelle.
Am Ende entsteht eine Sammlung der Zehen und Füße aus Gips, die jeweils mit dem Namen der
Personen versehen werden. Die Skulpturen stehen als Endergebnis der Performance.

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